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Vegan Runner in Paderborn – in neuen Mizunos zum Rekord

Foto: Laufpix.de

Zweiter Test vor Hamburg. In der Vorbereitung auf den Haspa-Marathon am 26. April sah der Trainingsplan ein Rennen über die Halbmarathondistanz vor. Und welcher Lauf bot sich da besser an als der Osterlauf in Paderborn? Bereits im letzten Jahr nutzte ich das Traditionsevent als Test vor dem Kassel-Marathon und lief erstmals unter 1:30 Stunden. Auch in diesem Jahr war Paderborn für Rekorde gut.

Paderborn hat eine schnelle Strecke. In der 69. Auflage des Osterlaufs wollten das über 11.000 Teilnehmern in den verschiedenen Wettbewerben testen, 2027 von ihnen auf der Halbmarathondistanz. Nachdem es zuvor in Deutschland schneite und stürmte, schien am Veranstaltungstag glücklicherweise die Sonne. Das lockte viele Zuschauer an die Strecke, die ordentlich Stimmung machten – so ein Publikum ist bei jedem Rennen Gold wert.

1:27:09 Minuten lautete meine Bestzeit auf der Halbmarathondistanz bis dato, aufgestellt im vergangenen Jahr bei eben diesem Osterlauf. In diesem Jahr sollte mehr drin sein, immerhin kam ich mit einer Empfehlung von 37:11 Minuten über 10 Kilometer nach Nordrhein-Westfalen – und dem Gefühl, in einer richtig guten Form zu sein.

Im Training hatte ich bereits zwei 15km-Läufe mit einer Pace von 3:56 min/km absolviert. Für das Rennen nahm ich mir vor, dieses Tempo über die 21,1 km zu halten, was einer Endzeit von etwa 1:23 Stunden entsprochen hätte. Oder durfte es sogar etwas mehr sein?

„Egal ob du glaubst, dass du etwas kannst oder nicht kannst – du wirst vermutlich Recht behalten.“ Henry Ford

Als ich vor drei Jahren mit dem Laufen begann, waren diese Zeiten so oder so völlig utopisch für mich, von daher war mir das potentielle Endergebnis nicht ganz so wichtig, mit einer Zielzeit zwischen 1:23 und 1:24 Stunden wäre ich zufrieden gewesen. Entscheidender ist das eigentliche Ziel: einen Marathon erstmals unter drei Stunden zu laufen. Hamburg…

Am Ende lief alles viel besser als erwartet.

Erstmals lief ich in meinem neuen Vegan-Runners-Shirt und freute mich über entsprechende Anfeuerungsrufe der Zuschauer. Weniger schön war ausgerechnet die Moderation von Wolf-Dieter Poschmann, den ich eigentlich sehr schätze. Aber blöde Sprüche über laufende Veganer nach der Hälfte der Strecke und dann beim Zieleinlauf hat der Mann eigentlich nicht nötig. Ich nahm es als Ansporn.

Raketen-Schuh: Mizuno Hitogami 2

Und dann waren da diese neuen Schuhe!

Freundlicherweise hatte mir Mizumo ein Exemplar des Hitogami 2 zum Testen zur Verfügung gestellt. Normalerweise sollte man nicht eingelaufene Schuhe ja nicht gleich bei Rennen anziehen, aber ich hatte zuvor nur einmal mit diesen Raketen trainiert und wusste sofort, dass dies mein neuer Wettkampfschuh werden würde (hier geht es zum ausführlichen Testbericht). Dafür folgt jetzt gleich, wohin mich diese Schuhe getragen haben: zu einer unerwartet starken neuen Bestzeit von 1:21:42 Stunden. Ohne Blasen. Dafür mit ganz viel Glückshormonen.

Von Beginn an konnte ich schneller laufen als geplant: Der erste Kilometer war der schnellste mit 3:42 min/km, der letzte mit 4:00 min/km der langsamste. Im Schnitt aber blieb es ziemlich konstant bei 3:52 min/km.

Splits beim Halbmarathon in Paderborn

Split Zeit Diff Platz
5,5 km 00:21:23 21:23
7,5 km 00:28:44 07:21
16,1 km 01:02:19 33:35
18,1 km 01:09:41 07:22
Netto 01:21:42 12:01 41

Am Ende bedeutete das nicht nur eine neue persönliche Bestzeit, sondern auch den fünften Platz in meiner Altersklasse M40 und den 47. Platz in der Gesamtwertung aller Teilnehmer. Was mich schon etwas stolz macht! Eine der besten deutschen Läuferinnen, Sabrina Mockenhaupt, finishte bei den Frauen als Zweite mit 1:11:13 Stunden, der beste Deutsche bei den Männern, Sven Serke, mit 1:08:30 Stunden.

Paderborn, du bist ein gutes Pflaster!

Was bedeutet das nun für den Hamburg Marathon? Zunächst einmal, dass eine Zeit unter drei Stunden mehr denn je drin ist. Laut des Laufzeitprognosenrechners von Greif wäre mit den aktuellen Zeiten über 10 und 21,1 km sogar im Optimalfall eine Zeit von 2:49:41 Stunden drin. Nichts ist unmöglich. Aber ich bleibe bei zunächst einmal bescheidenen Zielen und werde Hamburg langsamer angehen. Zumal ich mich direkt nach Paderborn erkältete und seitdem nicht trainieren konnte.

2015 bleibt ein Jahr der Überraschungen.

Fotos: Laufpix.de & Michael Tran (1)

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(* 1973). Ich lebe seit Ostern 2012 vegan. Neben dieser Seite engagiere ich mich ehrenamtlich für den Tierschutz in meinem Tierschutzportal hunde-in-not.com. Ich habe vier Hunde, einen Vitamix und eine Frau, die für meinen Sinneswandel und meine Tierliebe verantwortlich ist. Seit 2012 mache ich Ausdauersport, an meinem 40. Geburtstag am 12. Mai 2013 lief ich meinen ersten Marathon in meiner Heimatstadt Kassel. Meine aktuelle Marathon-Bestzeit liegt bei 2:54:11 Stunden (aufgestellt in Frankfurt 2015). 2016 habe ich meinen ersten 100km-Lauf absolviert in 9:14 Stunden.

5 Kommentare

  1. Katharina sagt

    Herzlichen Glückwunsch, bei den Zeiten bin ich einfach nur sprachlos. Ich bin zwar heute das erste Mal überhaupt als Training die 21 km gelaufen (bisher immer nur 10 oder max. 15 km), aber meine persönliche „Bestzeit“ war nur 2 Std. 15 Minuten und das ist für mich schon super schnell bzw. ich war froh, überhaupt durchgehalten zu haben. Die Distanz wäre für mich vor 2 Jahren auch noch völlig utopisch gewesen, aber dank veganem Essen bin ich nicht nur leichter sondern auch leistungsfähiger – vielleicht schaffe ich ja auch noch irgendwann bessere Zeiten. Jetzt will ich erstmal im Mai in Kassel die Halbmarathon-Strecke laufen.

    • Jens Nähler sagt

      Danke, Katharina. Ist doch toll, dass du dich in den zwei Jahren so verbessert hast! Geht ja auch nicht immer nur um neue Bestzeiten, am Ende zählt, dass man überhaupt aktiv ist! Vielleicht treffen wir uns ja in Kassel im Innenraum nach dem Lauf oder bei der Marathon-Messe ;)

  2. Du bist der Hammer. Du würdest selbst in Adiletten meine Zeiten toppen. Aber die Hitogami sind selbstredend Rennsemmeln, wie sie man sich besser nicht vorstellen kann. Sicher auch eine der schnellsten Paar Schuhe, die ich im Schrank stehen habe.

    Ich fahre derzeit meinen Fleischkonsum gegen 0. Vielleicht hilft das ja schon mal meine Zeiten vom Vorjahr zu toppen.

  3. Matthias sagt

    Der Poschmann redet manchmal in der Tat ziemlichen Blödsinn, auch in Paderborn mehrfach. Dass Du allerdings so sensibel auf solche Kommentare reagierst, verwundert mich schon. Als Kommunikationsprofi ist Dir natürlich klar, wie das Geschäft funktioniert. Du trägst Dein Vegansein, gerade in Kassel unter Nutzung der örtlichen Medien nach außen, da muss Dir doch klar sein, dass das nicht allen gefällt. Ich selbst finde Volksläufe als Plattform zur Mission auch nicht so toll. Das muss aber jeder selbst wissen, dann ggf. auch über Kommentaren stehen.

    Deine Zeit ist natürlich bombig. Paderborn ist einen Osterausflug wert. Da werden auch die 3 h in Hamburg fallen! Ich selbst dürfte, wenn bei uns beiden alles glatt geht, 10 Minuten nach Dir einlaufen. Am 17. Mai gibt es dann noch den Halben in Kassel zum austrudeln.

    • Jens Nähler sagt

      Hallo Matthias, ich erwähne lediglich, dass ich Poschmann normalerweise sehr schätze, er aber blöde Sprüche über laufende Veganer eigentlich nicht nötig hat. Liest sich für mich nicht, als ob ich da besonders sensibel reagieren würde (tue ich nämlich nicht). Übrigens wurde ich von zwei Läufern im Ziel darauf angesprochen, die sich mehr daran gestört hatten als ich.

      Abgesehen davon missioniere ich allein mit einem Vegan-Runners-Shirt nicht wirklich, genausowenig übrigens wie es die Worschtfreunde Jillek in Sachen Fleischkonsum tun, die mich beim Twistesee-Adventsmarathon gefragt hatten, ob ich nicht in derem Team mitlaufen wolle. Aber es ist in der Tat ein Statement, das ich deswegen für wichtig halte, weil viele Leute Veganern noch immer keine sportlichen Topleistungen zutrauen. Wenn jemand wegen meines Shirts mit mir diskutieren möchte, bin ich gern dazu bereit, selbst dann missioniere ich allerdings nicht, sondern vertrete nur meine Meinung.

      Ich glaube übrigens nicht einmal, dass Poschmann zum Thema Veganismus und Ausdauersport eine ausgeprägte Meinung oder Kenntnis hat, die ich allerdings von einem Mann mit seinem Background und seiner Kompetenz erwarten würde. Ganz abgesehen davon sollte er als Kommentator die Läufe motivieren – und zwar jeden.

      Danke für deine Gratulation zur Zeit – die ist in der Tat der Wahnsinn, bin immer noch ganz happy. Leider habe ich mir direkt danach eine dicken, fetten Infekt eingefangen und konnte seitdem nicht mehr in die Laufschuhe steigen. Sehr ungünstiger Zeitpunkt, macht mich auch etwas unsicher, was Hamburg anbetrifft. Ich hoffe, dass ich ab nächster Woche wieder etwas machen kann, aber da ist ja ohnehin Tapering angesagt. Ich drücke dir die Daumen für deinen Lauf und dass du die Zeit erreichst, die du dir vorgenommen hast. In Kassel sehen wir uns dann wieder – ich bin dann noch einmal beim Marathon am Start.

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