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Vier Wochen „Vegan in Topform“ – mein Zwischenbericht

Suza Na

Suza Na

Seit ich mich nach Brendan Braziers „Vegan in Topform“ ernähre – und darüber rede – werde ich oft dazu gefragt. Ich gehe heute vor allem mal auf die Fragen ein, die ich regelmäßig zu hören kriege.

Als da wären:

  • Wie hat es sich auf mein Gewicht ausgewirkt?
  • Bin ich denn schon schneller geworden?

Außerdem teile ich mit Euch, was genau ich nun verändert habe und worauf ich jetzt besonders achte.

Zum Gewicht: Ja, ich habe abgenommen.

Mittlerweile sind es etwa zwei Kilo, bereinigt um zyklusbedingte Schwankungen. Meine Lieblingshose passt wieder und die anderen Klamotten sitzen nun viel lockerer. Das waren zum Glück auch genau die richtigen zwei Kilo. Mehr muss es nicht unbedingt sein.

Dass es so schnell geht, hatte ich nicht erwartet, da ich schon sehr schlank bin. Und ich habe mich ja schon vorher rein pflanzlich und auch überwiegend vollwertig ernährt, von ein paar Sünden mal abgesehen.

Viel wichtiger finde ich jetzt, wie sich der Fett- und Muskelanteil verändert. Ich habe einen BMI von 20, was in meinem Alter das untere Ende des „Normalbereiches“ bedeutet. Mir ging es auch nicht unbedingt darum, insgesamt viel abzunehmen, sondern eben an den richtigen Stellen Fett zu verlieren und Muskeln aufzubauen.

Veranlagungsbedingt nehme ich meist nur am Bauch zu. Man nennt das auch die „Apfelform“. Bauchfett ist aber leider blöd, weil es am ungesundesten ist. Das gilt auch, wenn man superschlank ist. Bauchfett ist sehr stoffwechselaktiv. Das heißt, bei einer Ernährungsumstellung wird vermehrt auf dieses Fett zugegriffen, und man kann es auch recht schnell los werden. Soweit, so gut. Trotzdem ist es durch die hohe Stoffwechselaktivität auch gefährlich für die Gesundheit. Klingt komisch, ist aber so: http://de.wikipedia.org/wiki/Viszeralfett

Und es sieht auch einfach doof aus. Storchenbeine und runder Bauch – nee, das muss ich nicht haben. ;)

Kommen wir zur zweiten Frage: Bin ich schneller geworden? Aber ja, bin ich.

Das ist auch normal, wenn man nach einer Pause wieder mit dem Training anfängt. Es ist wie bei Anfängern, von Lauf zu Lauf sieht man die Leistungsverbesserung. Sehr motivierend, nur geht’s irgendwann langsamer mit dem Fortschritt. Hat man ein gewisses Niveau erreicht, ist jede Minute Verbesserung auf 10 km ein Meilenstein.

Aber ich bemerke trotzdem einen Unterschied durch die Umstellung. Am deutlichsten nach dem Training. Insbesondere wenn ich schneller unterwegs war (Tempotraining). Sonst war ich nach Tempoeinheiten über Stunden total fertig.

Auch Einschlafen, wenn ich abends gelaufen bin, war oft ein Problem. Das geht jetzt wesentlich besser. Ich kann direkt nach der Dusche und einem schicken Regenerationsdrink wieder zum Alltag zurück. Bin fit, kann Einkäufe erledigen oder was ich sonst so tun will. Und schlafen kann ich auch. Es scheint so, als wenn mein Körper besser und schneller mit den intensiven Belastungen fertig wird.

Bald beginnt mein spezifisches Marathontraining, dann schauen wir mal, ob das auch so bleibt. Im Moment mache ich noch überwiegend langsame oder lockere Läufe. Bin sehr gespannt, denn die lange Erschöpfung nach den Tempoeinheiten war etwas, was meinen Alltag beim Marathontraining ziemlich gestört hat.

Somit ist auch die Frage beantwortet, ob sich die Ernährung denn positiv auf den Alltag auswirkt. Wobei ich sagen muss, dass ich mich auch morgens – und das war in den ersten beiden Wochen nicht so – wirklich leistungsfähiger und weniger müde fühle. Ich bin ausgeschlafen und meistens fit. Außerdem gibt’s das berühmte Verdauungstief nach der Mahlzeit nicht mehr. Dieses Essen ist so leicht verdaulich, dass es mich in Ruhe lässt.

Auch dauert es nicht so lange, bis ich wieder Laufen gehen kann. Trotzdem hält es lange satt. Der Heißhunger blieb bisher aus, was immer ein Zeichen ist, dass der Körper alles bekommt, was er braucht. Ich habe ja tatsächlich letztes Jahr während des Marathontrainings zugenommen! Warum? Ich hatte eben permanent Heißhunger. Und weil ich es nicht besser wusste, habe ich viel zu viele Kohlenhydrate gegessen. Schönen Gruß ans Viszeralfett..

Kommen wir zur wohl spannendsten Frage: Was genau habe ich denn verändert?

Das Wichtigste war das Weglassen von Sojaprodukten. Nach drei Wochen Sojaabstinenz habe ich gemerkt, dass ich Soja anscheinend nicht gut vertragen habe, zumindest nicht in größeren Mengen. Es gibt keine Verdauungsstörungen mehr, auch keine Magenschmerzen… Der Körper hat halt schon durch das Weglassen von Dingen, die er nicht verträgt, weniger Stress. Und er bekommt jetzt vermehrt andere Hülsenfrüchte und gutes Hanfprotein. Außerdem war‘s mit Soja irgendwie ein bisschen wie mit dem Fleisch. Man glaubt, wenn man das auf dem Speiseplan hat, braucht man nicht so viel Anderes. Aber gerade bei Aminosäuren braucht man verschiedene Quellen, auch wenn man Soja gut vertragen kann.

Irgendwie habe ich das die ganze Zeit auch schon geahnt. Aber ganz ehrlich, es war mir einfach zu kompliziert. Und das hat sich mit „Vegan in Topform“ geändert. Ich lerne ganz viel über Nährstoffe und vor allem, wie man aus anderen Proteinquellen außer Soja leckeres Essen zubereiten kann.

Das ist auch Brendans Anliegen. In seinem Buch wird man wenige Regeln oder starre Vorgaben finden, er möchte, dass wir selbstständig werden. Und er macht es einem leicht, finde ich. Durch die Einteilung der Lebensmittel in Kategorien (Fette, Protein, Kohlenhydrate usw.) und die empfohlene Ernährungspyramide kann man aus Zutaten, die man zu Hause hat, immer ein vollwertiges Essen zubereiten. Man hat viele Kombinationsmöglichkeiten.

Das sah anfangs schwieriger aus als z.B. bei Attila Hildmanns „Vegan for fit“, wo Rezepte als komplette Mahlzeiten vorgegeben sind. Aber mit etwas Übung und dem wachsenden Wissen ist es bei Brendan tatsächlich freier und flexibler. Zum Beispiel kann man Dips und Salatsaucen durch leichtes Abwandeln in der Konsistenz in eine Pizzasauce verwandeln. Aus der übrig gebliebenen Beilage des Vortages erschafft man durch Zugabe anderer Sachen am nächsten Tag wieder eine komplette Mahlzeit.

Man kann auch sehr viel vorkochen. Bohnen und Linsen in größeren Mengen einweichen, kochen und dann im Kühlschrank für einige Tage aufbewahren. Saucen und Dips ebenso. Sprossen kann man ziehen und auch auf Vorrat im Kühlschrank haben.

Was auch immer geht ist z.B. ein wirklich sättigender Salat. So ein Salat hat mal gar nix mit einer Beilage zu tun: Da ist alles drin, was man braucht. Und es geht schnell. Man muss sich nur erst mal rein finden und die richtigen Sachen auf Vorrat vorbereiten und im Haus haben. Dann spart man Zeit und Geld.

Noch mehr Ideen und Kombinationsmöglichkeiten findet man in Brendans zweitem Buch, welches Ende Februar auf Deutsch erscheint. Dort gibt‘s 200 Rezepte, nicht alle sind komplette Hauptmahlzeiten, sondern auch Dips und Saucen, Kräutermischungen, Gemüsezubereitungen, Smoothies, Suppen, Pizzen und vieles mehr.

Insgesamt nehme ich jetzt, trotz Sojaverzicht, mehr Protein aus anderen Quellen zu mir, wie z.B. aus Hanf und Hülsenfrüchten. Auch weniger Getreide und mehr Ballaststoffe, Fette aus Avocado und Nüssen. Diese Veränderung führt bei mir zu weniger Hunger und insgesamt einem zufriedenen Gefühl. Sogar ein Smoothie kann nämlich, wenn man weiß wie, eine komplette, vollwertige und sattmachende Mahlzeit sein.

1 Kommentare

  1. Ich habe deinen Bericht ja schon mit Spannung erwartet – und freue mich sehr, so ein positives Fazit zu lesen, und das, obwohl du dich ja vorher schon nicht ungesund ernährt hast. Ich war im letzten Jahr immer davon ausgegangen, dass ich Tofu und Soja gut vertrage, doch neulich, als ich länger keine Sojaprodukte mehr gegessen hatte, hab ich sofort Bauchschmerzen gehabt als ich Tofu gegessen habe und gemerkt: okay, es liegt am Soja. Deswegen möchte ich mich davon auch gänzlich entfernen. Schön, dass du alles trotz der Hülsenfrüchte, besser verträgst! Ich habe auch nach ein paar Rezepten aus ViT festgestellt, dass das Essen nicht so schwer liegt. Ich hab zwar dadurch noch manchmal das Gefühl, dass ich nicht satt bin, aber eigentlich ist das ein Trugschluss, denn häufig denkt man, dass man nicht satt ist, wenn man nicht gerade platzt. Auch heute konnte ich problemlos 2 h nach dem Frühstück laufen gehen, es gab sowohl den süßen grünen Smoothie von Brazier als auch ein wenig seines Toasted-Apfel-Zimt-Müslis. Mengenmäßig kam mir das sehr wenig vor im Vergleich zu dem was ich gewohnt war, aber es hat mich tatsächlich über Stunden satt gehalten und ich hab auch während meines 10 km – Laufes keinen Hunger bekommen. Nach dem Lauf war ich ebenfalls noch nicht ausgehungert, sondern konnte mir ganz in Ruhe einen Salat mit Burger aus dem Buch machen – klasse!
    Ich freue mich auch schon auf das neue Buch, auch wenn ich längst noch nicht alles aus dem aktuellen ausprobiert habe! :D

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