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Vegan in Topform: Ran an den Speck – Kampf dem Körperfett

Wer sich nach der Thrive-Diät ernährt, schreibt Brendan Brazier, bei dem „spielt Körperfett keine Rolle mehr“, es schmilze automatisch dahin. ((Brendan Brazier „Vegan in Topform“, S. 29))

Klingt gut. Muss auch sein! Denn ich bin etwas enttäuscht: Heute habe ich meinen Körperfettanteil messen lassen. In Kassel geht das beispielweise in der Post-Apotheke in der Friedrich-Ebert-Str. 27. Dort kann man eine sogenannte B.I.A.-Messung durchführen lassen, bei der Körperwasser, Körperfett, Magermasse (fettfreie Masse) sowie Muskel- und Organmasse BCM (Body Cell Mass) bestimmt werden. Kostenpunkt: 10 Euro.

Kurzum: Alle Werte sind bestens, allein der Köperfettanteil ist höher als erwartet. Dabei habe ich mich nicht wirklich ungesund ernährt, meine kürzlich gemessenen Blutwerte sind exzellent. Doch liegt der Teufel im Detail: Zwischendrin gab’s in den vergangenen zwei Jahren, in denen ich vegan lebe, regelmäßig zum Beispiel auch eine große Packung Pommes. Und mehr als nur ein, zwei Mal die Woche eine Tüte Kartoffelchips zum Naschen vor der Glotze. Ganz zu schweigen von der Menge dieser und anderer Dickmacher, die ich vor meiner veganen Umstellung zu mir genommen habe. Da hilft dann auch intensives Lauftraining nicht, wie’s scheint. Insbesondere dann nicht, wenn es darin immer wieder wochen- oder gar monatelange Pausen gibt.

Trotzdem: Eigentlich hatte ich erwartet, einen wesentlich niedrigeren Körperfettanteil zu haben. Ein Grund mehr, es nun mit „Vegan in Topform“ zu probieren. Etwas strenger zu mir selbst zu sein. Den Heißhunger zu verlieren. Auf gesunde statt ungesunde Fette zu setzen.

Okay, ich bin trotzdem nicht wirklich ein molliger Typ, eher sogar der schlanke. Aktuell bringe ich bei einer Körpergröße von 192cm knapp 89kg auf die Waage. Mein Body Mass Index (BMI) ((Onmeda.de: Body Mass Index berechnen)) liegt bei normalen 24,1, ich bin also weder über- noch untergewichtig. Doch sagt die Figur nicht unbedingt etwas über den Körperfettanteil aus: Auch schlanke Menschen können zu viel davon haben, denn Fett wird teilweise in inneren Körperhöhlen gespeichert. ((Gesundheit.de: Wie viel Körperfett ist normal?)) Und, ganz ehrlich: Wenn ich vor dem Spiegel stehe, sehe ich, wo das ist.

Kommen wir also zu den Fakten: Der menschliche Körper speichert überschüssige Nahrungsenergie als Fett. Ein Kilo Fett speichert ca. 7000 Kalorien – und dieses Depotfett, auf das der Körper in Notfällen zugreifen kann, lagert hauptsächlich unter der Haut und im Bauchraum. Wer kennt sie nicht, seine Rettungsringe?

Okay, hier sind die Werte: Mein Körperfettanteil liegt bei 23,6kg oder 26,5 Prozent.

Je nach Körperfett-Tabelle liege ich damit bereits im erhöhten oder aber gerade noch im normalen Bereich. Der entspricht bei 40-44-jährigen Männern 23,6-26,8 Prozent. Der Körperfettanteil bei Frauen ist übrigens generell deutlich höher als bei Männern – hier wären für die Altersgruppe 29,3-32,7 Prozent normal. ((Gesundheit.de: Körperfett messen und berechnen))

Ich bin entsetzt: Mehr als jedes vierte Stück von mir ist Fett. Zeit, es zu verbrennen!

Ich will durch eine gründliche Umstellung der Lebensgewohnheiten eine Änderung herbei führen. Und neben einer nährstoffreichen, fettarmen Ernährung ist dabei viel Bewegung besonders wichtig. Was bietet sich da besser an als Brendan Braziers „Vegan in Topform“? Die erste Woche mit Vollwertkost und Verzicht habe ich bereits hinter mir.

Ein wesentlicher Punkt in der Thrive-Diät ist eine nährstoffreiche Vollwertkost, deren Eigenschaften Stress reduzierend wirken. Für Braziers ist insbesondere auch Ernährungsstress, wie er es nennt, verantwortlich für Erkrankungen und gesundheitliche Probleme, Fettleibigkeit und Schlafstörungen. Damit meint er die Stressreaktion des Körpers auf nährstoffarme Nahrung bzw. Nahrung, die „einen großen Energieaufwand benötigt, um verdaut und im Körper assimiliert zu werden, also auf industriell aufbereitete Lebensmittel“. ((Brendan Brazier, „Vegan in Topform“, S. 19))

„Ein gestresster Körper greift zum Beispiel bei der Energieverbrennung eher auf Kohlenhydrate in Form von Zucker zurück und speichert Fett im Körper, anstatt es zu verbrennen. Stressfreie Menschen verbrennen Fett, gestresste bekommen Heißhunger auf Kohlenhydrate, und diese Heißhungerattacken sind an sich schon eine Art psychologischer Stress.“ ((Brendan Brazier, „Vegan in Topform“, S. 25))

Ziel der Thrive-Diät von Brendan Brazier ist es, durch die richtige Ernährung von innen heraus gesund zu werden. Und hinsichtlich des allgegenwärtigen Stresses im Alltag und im Beruf ist es sicherlich auch nicht uninteressant, über die ein odere andere Mediationseinheit nachzudenken, wie sie Attila Hildmann in seinem neuesten Buch „Vegan for Youth“ bewirbt. Apropos Stress: Wenn mal wieder Zeit ist, steht Meditation ganz oben auf der Probierliste…

Trotzdem: Stress ist nicht per se negativ für den ehemaligen Profisportler: Leistungsstress etwa, wie er bei extremen Training in der Vorbereitung auf einen Wettkampf oder bei der intensiven Arbeit an einem Projekt entsteht, sind für Brazier unvermeidbares Nebenprodukt eines produktiven Lebens in einer erfolgsorientierten Gesellschaft. Um diesem Stress standzuhalten, will er mit seiner Ernährung die Basis für eine optimale Gesundheit und damit einer verbesserten Leistungsfähigkeit schaffen.

Dabei geht es auch darum, unproduktiven Stress weitestgehend auszuschalten. Neben psychologischen Stress und Umweltstress (etwas durch Luftverschmutzung) ist das für ihn zum weitaus größten Teil Ernährungsstress, wie er etwa durch den übermäßigen Verzehr raffinierter Lebensmittel entsteht. Weg damit!

Genug der Theorie: Ich muss jetzt Energieriegel für die nächste Woche vorbereiten. 100 Prozent Rohkost. Und morgen früh wird gelaufen.

Ran an den Speck!

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(* 1973). Ich lebe seit Ostern 2012 vegan. Neben dieser Seite engagiere ich mich ehrenamtlich für den Tierschutz in meinem Tierschutzportal hunde-in-not.com. Ich habe vier Hunde, einen Vitamix und eine Frau, die für meinen Sinneswandel und meine Tierliebe verantwortlich ist. Seit 2012 mache ich Ausdauersport, an meinem 40. Geburtstag am 12. Mai 2013 lief ich meinen ersten Marathon in meiner Heimatstadt Kassel. Meine aktuelle Marathon-Bestzeit liegt bei 2:54:11 Stunden (aufgestellt in Frankfurt 2015). 2016 habe ich meinen ersten 100km-Lauf absolviert in 9:14 Stunden.

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